Asperger-Syndrom
Geschichte des Asperger-Syndroms
Vor mehr als 50 Jahren beschrieb Hans Asperger, ein Wiener Kinderarzt, eine Reihe von Kindern, die durch ein einheitliches Muster von Fähigkeiten und Verhaltensweisen auffielen, das vor allem bei Jungen auftritt: Ein Mangel an Empathie, eine gering entwickelte Fähigkeit, Freundschaften zu schließen und die Bereitschaft, einseitige Gespräche zu führen, die intensive Beschäftigung mit einem sehr speziellen Interessensgebiet sowie unbeholfene Bewegungen. Obwohl er die Arbeiten von Leo Kanner zum Autismus nicht kannte, benutzte auch er das Wort Autismus ("autistische Psychopathie"), um die sozialen Defizite dieser Jungen zu beschreiben (Remschmidt, 2000). In beiden heute gängigen Klassifikationssystemen (ICD-10 und DSM-IV) wird das Asperger-Syndrom unter den tief greifenden Entwicklungsstörungen eingeordnet.

