Ursachenmodelle
Neurobiologisches Erklärungsmodell
Stoffwechseluntersuchungen im Gehirn haben ergeben, dass bei Menschen mit ADS bestimmte Botenstoffe, sog. Neurotransmitter, ihre Informationen durch eine neurobiologische Störung nur noch eingeschränkt übertragen.
Das gilt vor allem für die Botenstoffe Dopamin und Noradrenalin.
Diese beiden Botenstoffe sind in den Hirnbereichen Frontalhirn und Stammhirn für das Verhalten, Impulse, Planen, für das Management von Entscheidungen, Gefühle und Emotionen, Wachheit und Reizunterscheidung, Ausfiltern von Wichtigem und Unwichtigem verantwortlich und damit für die "Datenübertragung" zuständig. Durch die eingeschränkte Übertragung kann es zu einer neurobiologischen Störung, einer Art "Fehlschaltung" im Gehirn und damit im Nervensystem der Kinder kommen. Das heißt, es gibt keine ausreichende Regulierung, keine Kontrolle. Die betroffenen Kinder können sich aus diesem Grund nur schlecht konzentrieren und sind unruhig, vergesslich und ablenkbar. Bei einem Drittel der Kinder tritt keine Hyperaktivität auf, sie sind still und verträumt. Dieses neurobiochemische Funktionsdefizit ist wiederum vererblich.
Verhaltensmodell
Schwierige soziale und emotionale Verhältnisse können zu ADS führen. Gestörte oder fehlende Mutter-Kind Beziehung, gestörtes oder fehlendes Elternhaus, Gewalt im Elternhaus oder Suchtprobleme im Umfeld werden als Faktoren genannt.
