Hilfen
Wann ist Hilfe nötig?
Aus meiner Sicht gehört das ADS bei Kindern, neben Legasthenie und Dyskalkulie, zu den Teilleistungsstörungen, die am häufigsten unerkannt bleibt, obwohl sie meist klar auf der Hand liegt und sich oftmals bereits auf eine lange "Leidensgeschichte" zurückblicken lässt.
Dies liegt vor allem daran, dass man dem Kind grundsätzlich seine kindliche Impulsivität und Aktivität "lassen" möchte. Schließlich war ja jeder einmal Kind und weiß...
Die Frage, die man deshalb stellen muss, ist die nach dem Maß, nach dem Grad, in dem sich das Kind vom "normalen" Verhalten anderer Kinder möglicherweise unterscheidet. Außerdem sollte man als täglicher Beobachter des Kindes überprüfen, ob das Kind (immer) zu "wollen" scheint, aber einfach nicht (immer) "kann". Letzteres stellt für mich persönlich eine wichtige Grundlage dar, um über die Diagnose ADS erstmals ernsthaft bei einem Kind nachzudenken.
Sollte sich nun ein Verdacht auf ADS ergeben, durch wen auch immer formuliert, gilt es jemanden zu finden, der sich auf diesem Gebiet spezialisiert hat. Vor den "Erkenntnissen" guter Freunde ist in diesem Zusammenhang allerdings ebenso zu warnen wie vor dem möglichen "Schnellurteil" des Hausarztes um die Ecke (=persönliche Erfahrungswerte).
Eine ADS-Diagnose sollte vielmehr über mehrere Sitzungen erstellt werden. IQ- und andere Leistungstests dürfen dabei nicht im Vordergrund stehen. Auch sollte darauf geachtet werden, dass die Beobachtungen der Schule abgefragt werden (Fragebogen wäre ideal!). Eine Diagnostik, die dies unterlässt, ist m. E. nicht professionell!
